Sag JA zu Safety!
Was, wenn Kultur auf Widerstand trifft? - Ein Auszug aus dem Buch von René Noël.
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Vorwort
Liebe Sicherheitsfreundin, lieber Sicherheitsfreund,
als ich vor einigen Jahren mein Buch „Sag JA zu Safety! - Warum Safetykultur den Unterschied macht“ geschrieben habe, war meine Sichtweise von einer besonderen Überzeugung geprägt: Menschen können für Sicherheit begeistert werden, wenn man sie richtig mitnimmt, ihnen zuhört und zeigt, dass Arbeitsschutz mehr sein kann als Regeln, Verbote und Kontrolle.
Und weißt du was? Ich glaube das immer noch!
Doch in den vergangenen Jahren ist mir bei meiner Arbeit in Industrieunternehmen etwas aufgefallen, das mich immer intensiver beschäftigt hat. Obwohl viele Unternehmen heute mehr denn je in Arbeitsschutz investieren, moderne Systeme einführen und sich ernsthaft mit Safetykultur beschäftigen, entsteht oft ein merkwürdiger Zustand:
Die Entwicklung stockt.
Nicht am Anfang. Nicht bei der Idee. Sondern mitten im Prozess.
Plötzlich wird aus Motivation Widerstand. Aus Beteiligung wird Frust. Aus einer guten Idee wird ein Projekt, das zwar existiert, aber nicht mehr gelebt wird.
Man hört dann Sätze wie: „Die Leute ziehen nicht mit.“ Oder: „Wir machen doch schon so viel.“ Und irgendwann steht dieser gefährliche Gedanke im Raum: „Die da oben verstehen uns sowieso nicht.“
Mit der Zeit wurde mir klar: Viele Unternehmen scheitern nicht an fehlenden Maßnahmen. Sie scheitern an unsichtbaren Gegenkräften in der Kulturentwicklung.
Genau darum geht es in diesem Buch. Es ist keine Anklage gegen Führungskräfte, nicht gegen HSE, nicht gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch nicht gegen Unternehmen. Es ist ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen der Kulturentwicklung.
Safety „Culture“
Viele Begriffe beschreiben den Zustand oder Entwicklungsstand eines Arbeitsschutzsystems nur sehr oberflächlich. Man liest Leitsprüche wie „Unser Weg zu Vision Zero“, „Wir leben Arbeitssicherheit mit Take 5“ oder „Unsere Life Saving Rules“.
All diese Aussagen sind weder falsch noch unwichtig. Die eigentliche Frage lautet jedoch: Woran erkennt man den Unterschied zwischen einem Unternehmen, das über Arbeitsschutz spricht, und einem Unternehmen, das Arbeitsschutz tatsächlich lebt?
Der Unterschied findet sich nicht im Poster an der Wand, nicht in der Hochglanzbroschüre und auch nicht in besonders modernen Kampagnennamen. Der Unterschied liegt in der inneren Einstellung.
Safetykultur ist keine Sammlung bunter Plakate, Slogans oder Sicherheitsaktionen. Sie ist eine Überzeugung, die sich durch ein ganzes Unternehmen zieht: eine Grundhaltung, die Sicherheit nicht nur organisiert, sondern sichtbar lebt - auf allen Ebenen.
Papier allein erzeugt noch keine Kultur.
Vielleicht gibt es Sicherheitsregeln, Vorgaben und Freigabeprozesse. Entscheidend bleibt aber: Wie begegnen wir Menschen? Bekommen Besucherinnen und Besucher zwei zusammengetackerte Blätter mit den Worten „Unterschreiben Sie bitte hier unten“? Oder vermittelt man ihnen: „Nehmen Sie sich bitte kurz Zeit, denn Ihre Sicherheit ist uns wichtig“?
Beides erfüllt formal vielleicht denselben Zweck. Emotional liegen Welten dazwischen. Denn nicht das Was entscheidet über Safetykultur, sondern das Wie und Warum.
Drei Gegenkräfte, die Entwicklung bremsen
Safetykultur entsteht nicht dort, wo alles perfekt läuft. Sie entsteht dort, wo Menschen anfangen, ehrlich hinzusehen. Nur was wir erkennen, können wir auch verändern.
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sowie die Anmeldung zur Mastery Class in deiner Nähe -
findest du unter
www.Die6Diamanten.de
